Die nicht so kurze Geschichte der Datenverarbeitung
2019-10-23, 13:00–13:45, Saal 1

Vor kanpp 130 Jahren fand der erste "automatisierte" Zensus statt. Seit dem wurden und werden immer mehr Daten von von immer mehr Menschen erhoben. Teils mit schrecklichen Folgen.


In der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ist festgeschrieben, dass alle 10 Jahre eine Volkszählung durchgeführt wird. Seit dem findet sie immer in den "Zehnerjahren" statt. 1890 war es also wieder so weit. Allerdings wollte man hier neue Wege beschreiten, denn die Auswertung des Zensus von 1880 hat 8 Jahre gedauert, was in den Augen der Verantwortlichen viel zu lange war. Daher wurde nun nach einem System gesucht, mit dem die Daten schneller und effizienter ausgewertet werden konnten. Herman Hollerith, der schon kurz zuvor für das Kriegsministerium Lochkarten-Maschinen geliefert hatte, wurde auch hier engagiert.

Seit dem wurden und werden immer mehr Daten, von immer mehr Menschen, in maschinenlesbarer Form gespeichert und verarbeitet. In der ersten Euphorie wurde allerdings übersehen, welche verheerenden Folgen das Sammeln persönlicher Daten in zentralen Registern haben kann. Dies offenbarte sich erst 1940, nach der deutschen Invasion der Niederlande, denn hier hatte nur wenige Jahre zuvor ein umfangreicher Zensus stattgefunden.

Leider zeigt die Geschichte auch, dass die Menschheit aus solch fatalen Fehlern nicht lernt und immer größere Datenberge über jedes einzelne Individuum anhäuft.